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Wednesday, May 26. 2004
 Ganz akzeptables Wetter trieb mich dann doch kurz vor Sonnenuntergang nochmal raus zu einem Spaziergang durch mein geschätztes und von vielen Unterschätztes Moabit. Schön ists hier und man hat, was man braucht.
Mehr dazu später an dieser Stelle in der Neuen Kategorie Heimatgefühle
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Tuesday, May 25. 2004
 Kanzler-Ehefrau Schröder-Köpf (Abb. ähnlich) und das SPD-Präsidium haben die Berichterstattung über die Kanzler-Ohrfeige kritisiert. Der arbeitslosen Lehrer Ammoser dürfe nicht «zum Helden stilisiert» werden.
Doris Schröder-Köpf hat empört auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» über den arbeitslosen Lehrer reagiert, der ihren Mann vergangene Woche geohrfeigt hatte. Schröder-Köpf sagte, sie verstehe nicht, wie man «einem offensichtlich gestörten Menschen mit seinen abstrusen Argumenten» soviel Raum in der Berichterstattung geben könne. Dadurch würden Nachahmer ja geradezu ermuntert. «Bei einer Ohrfeige sind es drei Seiten, bei einem Messerstich vielleicht sogar vier Seiten», sagte Schröder-Köpf. «Der Spiegel» habe den Mann geradezu «zum Helden stilisiert».
Das Magazin hatte den 52-jährigen Jens Ammoser nach der Attacke auf den Kanzler sofort unter Vertrag genommen. Er hatte dem Blatt erstmals von seinem Motiv für die Tat erzählt. Er halte Schröder für «den miesesten, erfolglosesten und ahnungslosesten Kanzler, den wir je hatten». Er sei stolz auf das, was er getan habe. Das Strafverfahren gegen sich wegen Körperverletzung und Beleidigung nehme er in Kauf.
Auch das SPD-Präsidium kritisierte das öffentliche Interesse an dem Mann. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sagte am Montag in Berlin, wer Gewalt anwende, dürfe nicht noch durch Aufmerksamkeit und Glorifizierung zum «Robin Hood aus dem Schwarzwald» hochgeschrieben werden. Eine solche Ermunterung durch Verdrehen der Werte und augenzwinkernde Unterstützung sei hochgefährlich für die Demokratie.
«Eine solche Ermunterung darf es nicht geben», forderte Müntefering. An den demokratischen Parteien und ihren handelnden Personen dürften nicht die Füße abgeputzt werden. Die strafrechtliche Verfolgung des Mannes sei richtig. Über dessen Tat herrsche «tiefe Betroffenheit im Präsidium». (nz)
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Saturday, May 22. 2004
 27-26-25-24-23-22-21-20-19-18-17-16-15-14-13-12-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1-0 Siebenundzwanzig Sekunden waren das, wenn der geneigte Leser aufmerksam las. Und genau siebenundzwanzig Sekunden seines zweieinhalbstündigen Filmes FAHRENHEIT 9/11 hat der so genannte Skandalregisseur Michael Moore der Presse zur Verfügung gestellt. Diese siebenundzwanzig Sekunden zeigen den Amerikanischen Präsidenten George W. Bush vornehmlich beim Golfen oder Fischen. Das macht natürlich Eindruck, soll es doch suggerieren, dass Bush urlaubt, während die USA "at war" sind.
Dieser Dokumentarfilm soll die Verbindungen der Familien bin Laden und Bush aufzeigen und hat dafür soeben die Goldene Palme in Cannes erhalten. Glückwunsch.
 Da das Thema schon recht hässlich ist, wir dieser Artikel mit schönen Gegenständen illustriert, die eine gewisse formale Ähnlichkeiten mit dem Filmtitel aufweisen, aber sicher länger und mehr Spaß zu bereiten vermögen. Und wenn man die siebenundzwanzig Sekunden lang statt des Fahrenheit 9/11 - Trailers zu schauen, aufs Gaspedal tritt, kommt man mindestens einmal auf 200 und zurück.
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Saturday, May 22. 2004
 Berlin und Madrid haben mehr gemeinsam, als man glaubt: Ein traditionelles und seltenes Großereignis findet statt. Das imposanteste Gebäude der Stadt, ein Zentrum der Macht, dient als Kulisse. Würdenträger aus Staat und Gesellschaft finden sich ein unter größten Sicherheitsvorkehrungen. Die gesamte Stadt befindet sich im Ausnahmezustand. Alles ist festlich geschmückt. Im Mittelpunkt des Tages stehen ein Mann und eine Frau, die sich am Ziel ihre Lebens glauben. Am Ende der Zeremonie bleibt nur einer übrig. Hauptaufgabe der beiden wird Repräsentation sein. Mit verwässerter Legitimierung und einem Minimum an Macht ausgestattet werden sie vor allem Reden schwingen und das Land vertreten.
 Die Medien kennen nur ein Thema: Live-Sendungen begleiten die Veranstaltung aus allen möglichen Blickwinkeln, Kommentatoren deuten jede Einzelheit und überschütten den geneignten Zuschauer mit redundantem Wissen in ungeahntem Ausmaß. Anekdötchen, Gerüchte, Interpretationen - schwer zu trennen, aber gut zu wissen. Das Ergebnis steht, wie üblich, im Vornherein fest, mit Überraschungen ist also nicht zu rechnen.
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Saturday, May 15. 2004
Großbrand in der Nobel-Disko 90 Grad
Promi-Tanztempel zerstört - Polizei vermutet Brandstiftung - Betreiber macht in Ausweich-Location weiter
Der Großbrand in der Schöneberger Nobel-Disko 90 Grad hat den Geschäftsführer Nils Heiliger und seinen Gesellschafter Dag Harbach tief getroffen. 20 Meter hohe Flammen haben Donnerstagnacht 75 Prozent des 600 Quadratmeter großen Tanztempels an der Dennewitzstraße zerstört. Schätzungsweise drei Wochen soll das 90 Grad geschlossen bleiben. [...] Das Feuer war um 1.17 Uhr ausgebrochen, Anwohner riefen Polizei und Feuerwehr, 90 Hilfskräfte sperrten die umliegenden Straßen ab. Nach zwei Stunden waren die Flammen gelöscht. Zum Zeitpunkt des Brandes war die Disko geschlossen. Niemand wurde verletzt. Die Kriminalpolizei geht von Brandstiftung aus. Auch [Besitzer] Nils Heiliger hält einen technischen Defekt für unwahrscheinlich. "Wir hatten - wie immer, wenn kein Betrieb ist - die Strom-Hauptsicherung abgeschaltet. Ich bin zu 99,999 Prozent sicher, dass das Feuer gelegt worden ist. Ich habe acht gut gehende Firmen in Berlin. Den Erfolg gönnen mir einige nicht." Die Welt, 15.05.2004
Nicht auszumalen, was geschehen wäre, wenn zum Zeitpunkt des Feuers Gäste im "Tanztempel" gewesen wären. Viele Fragen bleiben unbeantwortet:
_In welcher Farbe brennen Luis Vuitton Taschen?
_Wie reagiert notorisch geblichenes Haar auf große Hitze?
_Dehnt sich Silikon bei hohen Temperaturen wirklich auf sein doppeltes Volumen aus?
_Fängt Botox an, zu klumpen?
_Hält der Watershine Liquid Diamonds Summer Edition-Lippenstift auch, wenn man sich ein Tuch vor den Mund halten muss?
_Lässt sich die Haute Voleé der Kapitale und des Kapitals auch mit einem VW T4 in ein Krankenhaus fahren?
_Wie sieht es aus, wenn Truckermützen auf Köpfen festschmelzen?
_Wird Haarpomade hart wie Stein?
_Ist eine viel beschäftigte Nobel-Prostituierte eine gut gehende Firma?
Wir werden's nicht erfahren. Noch nicht.
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Friday, May 14. 2004
 Die Schmierpostille Gala meldet unter dem Titel Daniel Küblböck stellt seinen ersten Film vor - Super-Star in Cannes das folgende:
Nach seinem schweren Unfall startet Ex-"Superstar"-Kandidat Daniel Küblböck wieder voll durch. Daniel wird Gast bei den renommierten Filmfestspielen in Cannes sein und dort - zwar außer Konkurrenz - seinen ersten Film vorstellen! "Einmal wollte ich schon immer unbedingt auf dem Filmfestival dabei sein", sagt Daniel ganz begeistert.
Über die Unperson selbst und die menschenverachtende Ausbeutung, die die unterschiedlichsten Unternehmen der Bertelsmann-Gruppe an ihr betreiben ist genug geschrieben.
Was hingegen eine interessanter Aspekt wäre, ist, wie der Demokratisierungsprozess der Mediennutzung auf die Medienproduktion übergreift. Wenn also schon jeder Depp ein Buch kaufen kann (täte er es mal!), dann kann jetzt auch jeder ein Buch schreiben. Und wer keins schreiben kann, der lässt eins schreiben. Nun kommt also der Film zum Buch zum Menschen zum Marketingplan raus. Gut finde ich das, denn es wird Zeit, dass auch dem Medium Film widerfährt, was den anderen Mediengattungen auch nicht erspart geblieben ist: Die Einbeziehung in die Verwertungsmaschinerie des weltumspannenden Gütersloher Medienimperiums. Schade nur, dass man nicht davor zurück schreckte, das altehrwürdige Filmfestival von Cannes dafür einspannt.
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Thursday, May 13. 2004
  Werbung ist eine fantastische Sache. Und Image-Datenbanken auch. Was nur nicht so toll ist, wenn man das selbe Bild zur gleichen Zeit wie die Konkurrenz verwendet. Da es sich aber um ein extrem dämliches und nahe liegendes Bild handelt, wäre all das mit ein wenig mehr Kreativität zu vermeiden gewesen. Aber nein....
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Thursday, May 13. 2004
 Ab sofort finden sich an dieser Stelle neuformatige Texte, die die Wirklichkeit des gegenwärtigen Fernsehens auf erschreckende Art und Weise widerspiegeln sollen.
Erstes Beispiel: Auszüge aus einem Chat, den ich soeben mit einem sehr guten und daher anonymisierten Freunde führte.
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Posted by Sebastian in
Thursday, May 13. 2004

Der größte japanische Autokonzern Toyota Motor hat im abgelaufenen Geschäftsjahr als erstes japanisches Unternehmen überhaupt einen Gewinn von mehr als 1 Billion Yen eingefahren. Für die kommenden Jahre plant die Nummer Zwei in der Welt ein kräftiges Wachstum.
Toyota teilte am Dienstag nach Börsenschluss in Tokio mit, dass der operative Gewinn sei im Gesamtjahr (zum 31. März) auf 1,67 Billionen Yen (rund 12,4 Mrd. Euro) gestiegen sei. Der Gewinn fiel stärker aus als von Analysten im Mittel mit 1,57 Billionen Yen erwartet. Als erste japanische Firma überhaupt wies Toyota zudem einen Nettogewinn von mehr als 1 Billion Yen aus. Das Ergebnis ist damit nach Berechnungen von Spiegel Online“ höher, als die Gewinne von Ford und GM zusammengenommen. Unter dem Strich blieb im Geschäftsjahr mit 1,16 Billionen Yen 55 Prozent mehr übrig als im Vorjahr. ftd.de
Der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler steigt wie erwartet bei seinem südkoreanischen Partner Hyundai Motor aus, will aber auf Projektbasis weiter mit dem Branchenkollegen zusammenarbeiten.
DaimlerChrysler werde seinen 10,5-prozentigen Hyundai-Anteil verkaufen, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Auch die Zusammenarbeit im Nutzfahrzeuggeschäft sowie beim Bau von Lkw-Motoren soll nach Angaben von Hyundai gestoppt werden; die seit langem ins Stocken geratenen Gespräche über den Einstieg von DaimlerChrysler mit 50 Prozent ins Nutzfahrzeug-Geschäft mit Hyundai würden abgebrochen. n-tv.de
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