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Wednesday, November 30. 2005
 Die religiösen Fundamentalisten scheinen sich bekenntnisübergreifend einig zu sein: So gehts nicht weiter. Man muss was unternehmen, das Heft in die Hand nehmen Freilich sind die Mittel, zu denen sie angesichts der grassierenden Seuche greifen differenziert. Die katholische Kirche (" größte transnationale Schwulenorganisation") setzt eher auf gutes Zureden und drei Jahre Abstinenz, während man in den Vereinigten Arabischen Emiraten pragmatischer mit dem Thema umgeht und dem Problem mit Testosteronspritzen zu Leibe rückt. Welche Gefahren bei Überdosierung drohen, schreiben Axel Krämer und Elmar Kraushaar in der taz. Dass jedoch auch im Namen der katholischen Kirche der eine oder andere geistige Aussetzer droht, liest man ungern in der Berliner Zeitung. Mit beängstigend selbstlosem Eifer kämpft und poltert man hingegen in Holland für (oder gegen?) Toleranz.
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Tuesday, November 29. 2005
 Weihnachten ist die Zeit der Besinnung. Man sitzt andächtig vor prächtig geschmückten Bäumen in aufwendig illuminierten Häusern und geht in sich, man erinnert sich, dass es vielen Menschen schlecht geht auf der Welt. Und genau das ist die Zeit, in der sich C- und D-Promis auf dem Rückweg von Mauritius schnell noch mal nach mal in Afrika mit kleinen großäugigen Kindern fotografieren lassen. Gnadenlos werden die Urinstinkte der Überflussgesellschafter getriggert, denn für schon 5 Euro kann man in Äthiopien eine Schule (in Deutchland leider teurer) bauen oder ein ganzes Dorf ernähren oder einen Brunnen bauen.
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Monday, November 28. 2005
 Ein schönes Wochenende auf den Bundesautobahnen, Landstraßen und in den schönen Orten dieses Landes ging zu Ende. Ein formidabler Audi A4 2.0 TDI der aus seinen zwei Litern Hubraum immerhin 140 Diesel-PS fördert und über ein stufenloses Multitronic-Getriebe an die teilweise überforderten Vorderräder abgibt, war mein ständiger Begleiter. Ein feines Gefährt, dass sich auf der linken Spur der A9 sichtlich wohlfühlte und mit eingeschalteter Geschwindigkeitsregelanlage (Elektronikpaket) trotzig die 210 km/h gehalten hat. Festzustellen bleibt, dass diese 210 km/h mir in noch keinem anderen Wagen so entspannt vorkamen. Mag daran liegen, dass man seltener gedrängt wird und sich die Spur so mit Ebenbürtigen teilt, die ähnliche Fahrmanöver und Verständnis für einen zeigen, wenn man auf Twingos mit 160 aufzulaufen droht. Ein sympathisches Fahren war so möglich, wie auch das Unterbieten des Familienrekordes für die Strecke Bad Blankenburg - Kleinmachnow um immerhin 20 Prozent bei Einhaltung aller Streckenverbote! So etwas macht mich stolz, irgendwie.
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Friday, November 25. 2005
 ... lautete die Bildunterschrift in der gedruckten FAZ noch. Aufgenommen bei der Kanzlerinnenwahl auf der Tribüne des Reichstages brüten die vier Damen über dem, was sie da gemeinschaftlich verbrochen haben. Von links nach rechts: PR-Lady, Schreiberin, Schwätzerin, Verlegerin. Eine wundersame Konstellation, die sich da zeigt. Die vier Apokalyptischen Writer, gegen die kein Mann bestehen kann - und nur wenige Frauen. Emancipación olé! Der Triumph des 'Starfriseurs' fand aber eben auch unten im Plenum seine Entspechung, als Dr. Merkel zur Kanzlerin gewählt wurde. It's the hairdo, stupid!
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Thursday, November 24. 2005
 Nein trotz Artikel bei SPIEGEL Online, kein Skandal, nicht schlimm. Die Worte der Formel wurden vom Psychopathen auf dem Bild in nahezu allen Kombinationen verwendet. Also: alles gut, keine Sorge, kein Aufruhr, kein Aufschrei von Ströbele oder Spiegel, ganz einfach nur die falsche Zeitform: Du warst Deutschland.
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Wednesday, November 23. 2005
Rotwein verursacht bei mir nicht generell, nicht qua Definition Kopfschmerzen. Bei mir schädelt nur der Rotwein, den ich mir leisten kann, wie zum Beispiel die Plörre, die die Gebrüder Albrecht in ihren kleinen aber feinen Delikatessen-Lädchen feil bieten. Wohingegen 'da good stuff' (siehe dazu auch hier) eher ein wohliges Surren hinter Stirn zurück lässt. Eine durchaus praxisrelevante Erkenntnis, wie ich finde.
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Wednesday, November 23. 2005
 Alles neu macht der Mai, einiges neu macht der 23. November. Daher gibt es ab sofort eine neue Kategorie mit dem unbescheidenen Namen 'Erkennntnis'.
Warum? Darum: Von zeit zu Zeit erkennt der Mensch Zusammenhänge, vor denen er schon zu unzähligen Gelegenheiten stand. Und um diese Erkenntnisse nicht aufzugeben seien sie hier niedergeschrieben. In der Natur der Erkenntnis liegt es natürlich, dass sie rein subjektiv, garantiert streitbar und sicher für Viele belanglos ist. Vielleicht fühlt sich aber der eine oder die andere inspiriert, auch von der verbotenen Frucht zu naschen.
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Wednesday, November 16. 2005
 "Vintage" nennt sich der Trend zurück zur guten alten Zeit. Jedoch nur, wenn ihm freiwillig nachgegangen wird. Wird man dazu gezwungen, nennt man das Garantiefall. Selbiger trat nun bei meinem Mobiltelefon ein. Durch die Freigibigkeit des R. bin ich nicht vollständig von der Kommunikation abgeschnitten, sondern nur um cirka 3 Jahre zurückversetzt (Bild). Danke dafür, R.!
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Tuesday, November 15. 2005
 Aufbewahrungsideen nennt sich der Abschnitt in populären Möbelkatalogen, in dem man Körbe aller Arten findet. Körbe sind meist aus Naturmaterialien hergestellt und verströmen, wenn naturbelassen, einen wohligen Charme und eine sympathische Wärme in jeder Wohnstube. Diese Wärme ist es, die der Homo Homo Sapiens nicht minder sucht, wenn sich die Blätter an den Bäumen kurios färben. Es bricht also der Herbst unwiderruflich über ihn herein und Aufbewahrungsideen bekommen eine völlig neue Bedeutung. Der Mensch als geselliges Tier bewahrt sich in dieser trüben Jahreszeit gern selbst auf. Vorzugsweise mit einem anderen Menschen wird vor Kaminen oder Fernsehern gesessen oder gelegen auf Eisbärfellen oder Auslegware, es wird heißer Tee mit Rum getrunken, notfalls auch ohne Tee wenn ohne Partner und man idealisiert die meteorologische Notwendigkeit, die sich vor dem Fenster abspielt, vor der man sich aber mindestens den ganzen Sommer gefürchtet hat.
Wie kommt es also, dass der Herbst alles nur schlimmer macht: Hat man einen Partner, ists im Herbst so richtig gemütlich. Hat man keinen, brechen sich Depressionen, Verzweiflung, Zwangsläufigkeiten bahn. Glücklich, wer dann in Fatalismus fliehen und grantelnd ('Euer Glück kotzt mich an!') den Herbst in seiner vollen Pracht genießen kann.
 Zurück zu den Aufbewahrungsideen: Was macht man, wenn man nun so viele Körbe bekommen hat, dass man Probleme mit der Aufbewahrung derselben hat? Hang 'em higher? Womit soll man sie füllen? Mit Müll? All diese Fragen lassen den Autor ratlos zurück...
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Saturday, November 12. 2005
 Vor gut anderthalb Jahren war es der Hippster
. Der neue Mann, der Maßstäbe setzt. Aber was sind schon anderthalb Jahre in einer Stadt voller arbeitsloser Hochschulabsolventen, mit billigen Ladenmieten und einem kommunikativen Klima, in dem jede fixe Idee, jeder Spleen zum Trend wird.
So nun also der Wimpster. Nach einem Bericht des famosen Trendmagazins Polylux sind die Langhaarigen wieder groß im Kommen. Schiefe Zähne, fettige Mähne, Augenringe - die Gegenbewegung zum metrosexuellen Mann ist da. "Muskeln sind out. Wer bei Frauen ankommen will, muss blass, mager und schüchtern sein." weiß Kathrin Schwiering, Autorin des Beitrags. Prototyp des Wimpster: Der amerikanische Gitarrenpoet Adam Green (Bild oben).
 Ich für meinen Teil bin begeistert. Sollen die Frauen die Wimpster nehmen und ihre Mutterkomplexe ausleben, 'wir' nehmen, was übrig bleibt (Bild unten). Man kann also nur hoffen, dass die Unterscheidbarkeit zunimmt, dass man wieder schneller sieht, wer an welchem Ufer zu Hause ist.
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