
Heute ein Interview auf FAZ.net mit dem Zensur-Forscher "Herr Seim". (Mehr erfahren wir leider nicht über ihn. Weder Vorname noch, wie er sich die seinen Titel erarbeitet hat. Egal, FAZ, ist ja nur Internet.)
Hintergrund: Der Rapper G-Hot geriet kürzlich in die Kritik, nachdem sein homophobes Lied "Keine Toleranz" auf Youtube veröffentlicht worden war - mit Zeilen wie "Nie wieder freilaufende Gays" und "Meiner Meinung nach hat so was kein Leben verdient".
Klare Sache für einen Zensur-Forscher, könnte man meinen! Herr Seim aber findet das jetzt alles nicht so übermäßig schlimm. So war das mit Rockmusik ja auch immer. Oppsition, gegen die Alten und Tabus brechen und so. Easy comming, easy going. Sind ja keine "Handlungsanweisung sondern artifizielle Pop-Produkte der Kulturindustrie". Das nivelliert sich, ihn langweilt das eher. Exemplarisch nur mal eine Passage aus dem Interview:
Geht es nicht um die alte Frage, wie viel Verantwortung die Künstler gegenüber ihren Anhängern haben?
Sicherlich
wäre es wünschenswert, wenn Jugendmusik Werte vermitteln würde oder
wenigstens originell wäre. Doch es wäre zu viel verlangt, Pop-Musik
weltkulturerbetauglich machen zu wollen. Andererseits: Aus Sicht der
Jugendschützer kann ich die Sorge schon verstehen, zumal wenn man die
Zeilen wörtlich und nicht ironisch nimmt.
"Weltkulturerbetauglich"? Haha, Brüller, Herr Seim. Und wenns mal wieder langweililg wird, beim Zensurforschen, Herrn Seim, einfach mit Regenbogenfahne
nach Neukölln oder Wedding fahren oder mal wieder "Mein Kampf" lesen. Vielleicht war das auch nur ironisch gemeint?
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